Kurt Aregger (1945 – 2016)

Kurt Aregger wurde am 14. Februar in Buttisholz (Luzern) geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in Hitzkirch (Luzern) und arbeitete nach seinem Abschluss ab 1965 als Primarlehrer. Anschliessend studierte er an der Universität Fribourg Pädagogik, Philosophische Anthropologie und Psychopathologie.

Während des Studiums arbeitete er ab 1969 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungszentrum der Freiburger Arbeitsgruppe für Lehrplanforschung (FAL) am Pädagogischen Institut der Universität Fribourg. Als Koordinator und Co-Leiter prägte er die Anfänge der Reformen der deutschsprachigen Primarstufen des  Kantons Freiburg und promovierte 1972 mit einer Arbeit zur Lehrerzentrierten Curriculumreform.

Ein von der Stiftung Volkswagenwerk geförderter Forschungsauftrag führte Kurt Aregger über das Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) in Kiel hinaus zu weiteren Forschungsaufenthalten in Deutschland, Österreich und in den USA. Er habilitierte sich 1975 an der Universität zu Kiel mit einer Arbeit zu Innovation in sozialen Systemen.

Neben der Lehrtätigkeit als Privatdozent an der Universität Kiel leitete Kurt Aregger ab 1975 das Projekt der Pädagogischen Abteilung der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich zur Planung der Lehrebildungsreform Zürich und war Lehrbeauftragter für allgemeine Pädagogik an der Höheren Pädagogischen Lehranstalt des Kantons Aargau (HPL). Nach seiner Umhabilitation im Januar 1977 nahm er seine Lehrtätigkeit als Privatdozent in Pädagogik an der Universität Zürich auf. Im Vorlesungsverzeichnis sind regelmässig Lehrveranstaltungen zu Lehrplan- und Curriculumtheorie,  Innovationstheorie und –praxis der Schule, oder zu Unterricht und allgemeiner Didaktik verzeichnet. 1992 wurde Kurt Aregger zum Titularprofessor an der Universität Zürich ernannt, acht Jahre später ist er von dieser Funktion an der Universität Zürich nach 23-jähriger Lehrtätigkeit am Pädagogischen Institut zurückgetreten.

Ab 1990 war Kurt Aregger als Leiter der Gesamtreform der Lehrerbildung in Luzern tätig. Gleichzeitig konzipierte und leitete er die dortige Zusatzausbildung für Spezielle Förderung und war im Schweizerischen Verband Heilpädagogischer Ausbildungsinstitute (VHPA) engagiert, welchen er von 2001 bis 2004 präsidierte. Ab 2002 war Kurt Aregger zudem in der Steuergruppe für den Aufbau und Betrieb der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz Luzern aktiv.

 Kurt Aregger verstarb am 27. September 2016 nach längerer Krankheit.

Publikationen (Auswahl)

Aregger, K., Brunner, J. & Isenegger, U. (Hrsg.). (1972). Lehrplanreform als Grundlage der Schulreform. Freiburg: Kantonaler Lehrmittelverlag.

Aregger, K. (1974). Lehrerzentrierte Curriculumreform: Planungsformen, Verlauf und organisatorische Modelle eines schulnahen Entwicklungsprojektes (Bd. 314). Bern: Haupt.

Aregger, K., Flechsig, K.-H., Frey, K. & Lattmann, U. P. (1975). Lehrerbildung für die Schulreform: Modelle, Strategien, Resultate (Bd. 437). Bern: Haupt.

Aregger, K. (1976). Innovation in sozialen Systemen. Bern: Haupt.

Aregger, K. & Hubler, P. (1977). Planungsgrundlagen zur Lehrerbildung. Zürich: Erziehungsdirektion des Kantons Zürich, Päd. Abteilung.

Aregger, K. (1986). Pädagogische Unterrichtsgestaltung: Perspektiven für ganzheitliches Unterrichten. Hannover: Schroedel.

Aregger, K. (1996). Methodenreflexion für die heilpädagogische Arbeit in Förderung und Unterricht. Luzern: Edition SZH.

Aregger, K. (1997). Erzieherische Leitbilder und Mündigkeit: Studienbuch für die Unterrichtsgestaltung. Aarau: Sauerländer.

Aregger, K. (2001). Forschung Heilpädagogik: Ausbildungsinstitute im Dialog. Aarau: Sauerländer.

Quellen

Archivalien des Schweizerischen Verbandes Heilpädagogischer Ausbildungsinstitute (VHPA).

Archivalien der Freiburger Arbeitsgruppe für Lehrplanforschung (FAL).

Universität Zürich (1977–1999). Verzeichnisse der Vorlesungen an der Universität Zürich (Wintersemester 1977 bis Sommersemester 1999).

Autorenschaft:

Lukas Höhener

Zeitmarke:

Januar 1977